Schwalbenzug nach Afrika
25. Oktober 2006
Oberhelfenschwil. Die Toggenburger Naturschutzvereine luden zur gemeinsamen Zugvogelbeobachtung auf den Freudenberg. Am regnerischen Sonntag blieben vor allem die Vögel fern.
Mit dem Zugvogel-Beobachtungstag machten die lokalen Sektionen des Schweizer Vogelschutzes an 50 Standorten in der Schweiz den Auftakt zum World Bird Festival. Das herrliche Flug- und Zugwetter für Vögel am Samstag 30. September hielt leider nicht an. Der Zugvogeltag in der Schweiz musste am Sonntag im Regen durchgestanden und -gesessen werden. In Oberhelfenschwil war das nicht anders und die Festwirtschaft war am Sonntag besser frequentiert als die Fernrohre. Das Ergebnis des regionalen Anlasses ist trotzdem erfreulich, es liessen sich auch seltene Vögel blicken.
Auch Kinder hatten ihren Spass
Am Samstag zeigten sich nebst zahlreichen kleineren Vogeltrupps auch viele kleine und grosse Besucherinnen und Besucher. Mehrere fachlich versierte Hobbyornithologen freuten sich während zwei Tagen über die zahlreichen Fragen von Kindern und Erwachsenen zum Vogelzug, zu Zugrouten, Lebensraumansprüchen, Ernährung usw. Viele wussten selbst Interessantes aus zufälligen Beobachtungen zu erzählen. Es entstand während zwei Tagen ein unterhaltsamer Informationsaustausch. Dieser wurde mit zahlreichen Präparaten aus privater Hand und aus dem Naturmuseum St. Gallen und einer Informationsausstellung bereichert. Schwalben, Finken, Stare
Viele Naturinteressierte standen erstmals auf dem Freudenberg und staunten über den herrlichen Rundblick vom Oberhelfenschwil Dorfhügel aus. Zu den beobachteten Spezialitäten unter den vorbeiziehenden Vögeln können Kiebitze, Kormorane, oder Hohltauben gezählt werden. Dazu liessen sich Adler, Falken und weitere Greifvögel blicken. Am häufigsten zogen Rauchschwalben, Buchfinken und Stare vorbei. Das Ergebnis auf dem Freudenberg spiegelt die nationale Statistik. Insgesamt wurden an den 50 verschiedenen Standorten gut 11 000 Rauchschwalben und 4000 Buchfinken gezählt.
Zeit nehmen und staunen
Die Zahlen sagen allerdings wenig aus über die riesige Zahl verschiedener Vögel, die sich gegenwärtig auf dem Weg in den Süden befinden. Wer sich die Zeit nimmt, im Oktober hie und da Richtung Himmel oder Horizont zu schauen, wird sich oft über vorbeiziehende Vogelschwärme freuen dürfen. Zur Beobachtung empfehlen sich auch klare Mondscheinnächte, sind doch viele Vogelarten Nachtzieher.
Wichtige Rastplätze
BirdLife International, die weltumspannende Natur- und Vogelorganisation, will im Oktober mit verschiedensten Anlässen die Bevölkerung auf die Bedeutung vielfältiger Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen aufmerksam machen. Jede Vogelart braucht im europäischen Brutgebiet im afrikanischen oder südeuropäischen Winterquartier geeignete Lebensräume. Auf dem Weg in den Süden und zurück sind Rastplätze überlebenswichtig, um Fettreserven aufzutanken. Dies können Naturschutzgebiete, aber auch strukturreiche Landschaften sein. Wer einen Beitrag dazu im kleinen Garten oder im Grossen leisten will, wird von den Toggenburger Naturschutzvereinen gerne beraten.

- Am Tag der Schwalbenzug Beobachtung


