Feuerbrand – neue Strategien
27. April 2008, Jonas Barandun
Im März 2008 hat der Kanton St. Gallen eine neue Strategie zur Bekämpfung des Feuerbrandes erlassen. Für den Hochstammobstbau und die Kulturlandschaft hat diese Strategie verheerende Folgen.
Landwirte, welche Obstkulturen als Schutzzonen angemeldet haben, werden einseitig bei der Rodung befallener Bäume unterstützt. Für die Pflege befallener Gehölze sowie für Ersatzpflanzungen gerodeter Hochstamm-Obstbäume ist keine Unterstützung vorgesehen. Ausserhalb von Schutzzonen werden betroffene Landwirte völlig sich selbst überlassen.
Die Umsetzung dieser Strategie führt zu einer ungebremsten Ausmerzung von Hoch-stammobstbäumen und zu einer einschneidenden Verarmung unserer Kulturlandschaft.
Resolution vom 19. April 2008
BirdLife St.Gallen ist bestürzt über diese Strategie. An ihrer Delegiertenversammlung am 19. April 2008 haben die Mitglieder deshalb eine Resolution verabschiedet, mit der sie die zuständigen Stellen aufrufen, zur langfristigen Erhaltung des Hochstammobstbaues einzustehen und die notwendigen Massnahmen zur Unterstützung betroffener Landwirte zu ergreifen. Die Ausmerzung der Hochstammobstbäume muss gestoppt werden und die Verluste oder vergangenen Jahre sind zu ersetzen. Dazu fordert BirdLife St.Gallen, folgende Massnahmen einzuleiten:
- Zur langfristigen Erhaltung von Hochstammobstbäumen ist eine Beratung anzubieten.
- Rodungsbeiträge sind zu streichen.
- Ersatzpflanzung gerodeter Hochstammobstbäume sind zu fördern und zu unterstützen.
- Versuche zur umweltverträglichen Bekämpfung des Feuerbrandes sind zu fördern.
Die Resolution im Wortlaut: Retten statt Roden (PDF, 59 KB) ![]()
Mehr zur kantonalen Feuerbrandstrategie: www.landwirtschaft.sg.ch
Mehr zur Feuerbrandstrategie der Schweizer Umweltorganisationen finden Sie auf der Website von Birdlife Schweiz unter dem Link www.birdlife.ch/d/pm08_03_04.html
Landwirte brauchen Ihre Unterstützung

- Vom Feuerbrand befallener Baum
Landwirte, die bereit sind, ihre Obstbäume trotz Feuerbrand zu erhalten, brauchen Unterstützung.
Naturschutzvereine können einen wichtigen Beitrag leisten, indem sie Ersatzpflanzungen direkt unterstützen.
Vielfach ist auch die ideelle Hilfe für betroffene Landwirte wertvoll. Daneben gilt es, eine Anpassung der kantonalen
Strategie zu erwirken. Die Umweltverbände haben ein Strategiepapier zum Feuerbrand erstellt, das auf Bundesebene
umgesetzt werden soll.


