Kartierungsprojekte 2007

Vogelkartierung in Rebbergen

Nach den systematischen Kartierungen in Rebbergen der Gemeinden Mels, Flums, Walenstadt und Bad Ragaz im Jahr 2006 sollen 2007 mit gleicher Methodik Rebberge in den Gemeinden Wartau, Altstätten, Berneck, Thal und Jona kartiert werden. Zusätzlich werden ausgewählte Kartierungsflächen in Walenstadt, Flums und Sargans ein zweites Mal kartiert. In Ergänzung dazu werden soweit möglich Grillen und Maulwurfsgrillen – Indikatoren für die Nahrungsbasis gefährdeter Vogelarten - erfasst.

Kartierungsprojekts Seeztal & Bad Ragaz Zwischenbericht 2006 (PDF, 294 KB)

Die Ergebnisse der Kartierungen werden Ende 2007 analysiert und dargestellt. Die Rebbergkartierungen stellen die Basis dar für ein Förderungsprojekt für Wiedehopf und Wendehals.

Haben Sie Interesse an der Mitarbeit? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung!

Dohlenmonitoring 2007

Jonas Barandun

Im Kanton St.Gallen sind zwei Brutkolonien der Dohle bekannt. Die Kolonie im Schloss Rapperswil wird von Hans Murer betreut. Dort wurden Nisthilfen angebracht .Seit 1995 brüten dort regelmässig bis zu zehn Paare. 2007 haben acht Paare gebrütet. Die Kolonie steht in enger Beziehung mit einer Kolonie in Reichenburg SZ, wo 19 Dohlenpaare brüten.

In Oberriet wird die Kolonie in der Burg Blatten von Leo Hutter betreut und existiert seit langer Zeit. 2007 hat er nur noch wenige Tiere in der Burg gezählt. Dafür wurde in einem nahe gelegenen Steinbruch erstmals eine Kolonie entdeckt. Die Anzahl anwesender Tiere konnte dort aber noch nicht erfasst werden. Beide Kolonien stehen in engem Kontakt mit Kolonien im benachbarten Vorarlberg. Wenn sich im Steinbruch wirklich eine Brutkolonie etabliert hat, ist das eine sehr erfreuliche Entwicklung, die unbedingt weiter zu verfolgen ist.

Dohlen sind faszinierende und traditionsreiche Vögel unserer Kulturlandschaft. Sie lassen sich gezielt an geeigneten Stellen fördern. Der gegenwärtig sehr kleine Bestand braucht unbedingt mehr Aufmerksamkeit. Ideen für den Aufbau neuer Kolonien sind sehr willkommen.

Erfassung von Beobachtungen gefährdeter Vogelarten

Weiterhin rufen wir sie auf, uns sämtliche Hinweise auf Brutvorkommen seltener und stark gefährdeter Vogelarten zu melden. Insbesondere interessieren uns Eisvogel, Feldlerche und Wendehals.

Wendehals
Wendehals

Monitoring Uferschwalben 2007

Jonas Barandun

Uferschwalben sind gesamtschweizerisch stark gefährdet. Ihre Vorkommen beschränken sich auf Kiesgruben. Im Jahr 2006 wurde erstmals seit 1980 eine Kartierung von Vorkommen im Kanton St.Gallen durchgeführt. Die 2006 erfassten Kolonien wurden 2007 wieder kontrolliert. Zusätzlich konnte in einer Kiesgrube bei Eschenbach erstmals eine unbestimmte Anzahl Uferschwalben nachgewiesen werden. An den Kartierungen haben folgende Personen in verdankenswerter Weise mitgearbeitet: Bruno Blöchlinger, Jona; Karl Fässler, Kirchberg; Walter Tanner, Niederbüren; Laurenz Wirth, Niederstetten.

Insgesamt wurden im Jahr 2007 700 Nisthöhlen in 3 Kiesgruben erfasst: Kiesgrube Neuguet bei Niederbüren mit 130 Nisthöhlen, Kiesgrube Wisgraben Kirchberg mit ca. 300 Nisthöhlen und Kiesgrube Tal bei Degersheim mit 270 Nisthöhlen.

In der Kiesgrube Stücken bei Eschenbach wurden erstmals Uferschwalben beobachtet- Die Anzahl Nisthöhlen ist aber nicht bekannt.

Die Kolonie in der Kiesgrube bei Niederstetten ist dieses Jahr erloschen, da die genutzte Steilwand weitgehend aufgefüllt ist.

Im Jahr 2006 wurden in 4 Kiesgruben noch insgesamt 960 Nisthöhlen erfasst. Während in Kirchberg und Niederbüren die Anzahl Nisthöhlen abgenommen hat, hat sie in Degersheim stark zugenommen.

In der Umgebung der Kiesgrube Niederstetten existiert keine Steilwand mit geeigneter Körnung für Uferschwalben. Das dortige Abbaugelände wird rekultiviert. Die Kolonie Niederstetten ist somit als definitiv erloschen zu betrachten. Es wurden Gespräche mit dem Kiesgrubenbetreiber und der Gemeinde geführt. Diese haben ergeben, dass gegenwärtig keine Möglichkeit besteht, in der Umgebung Voraussetzungen für eine neue Uferschwalbenkolonie zu schaffen.

In der Kiesgrube Kirchberg laufen Abklärungen zur längerfristigen Sicherung der jetzt genutzten Steilwand. Die Zukunft Dieser Kolonie ist ebenfalls gefährdet.

In der Kiesgrube Niederbüren verbleiben nur noch wenige Jahre, bis die genutzte Steilwand im Rahmen der Rekultivierung aufgeschüttet wird. Ein Ersatz ist derzeit im nördlichen Kanton St.Gallen nicht erkennbar. Von den neu im Abbau stehenden Kiesgruben weist vorläufig keine Steilwände mit geeigneter Korngrösse auf.

Die einzige Uferschwalbenkolonie im Kanton St.Gallen, welche bis auf weiteres als gesichert gelten darf, ist diejenige in der Kiesgrube Tal, Degersheim. Der Betreiber der Kiesgrube ist sich der Bedeutung der Kolonie bewusst und bemüht sich um die möglichst lange Erhaltung der Steilwand. Ihm gebührt für seine Aufmerksamkeit ein grosses Dankeschön.

Die Bemühungen zum Schutz der Uferschwalben haben sich jetzt vor allem auf die Erhaltung der Kolonie in Kirchberg zu konzentrieren. In Eschenbach geht es darum, die Grösse und die Dauerhaftigkeit der Kolonie abzuklären.

Uferschwalben
Uferschwalben
Uferschwalben
Uferschwalben


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Artenvielfalt in St.Galler Rebbergen

BirdLife St.Gallen hat zwischen 2006 und 2008 ein Projekt zur Bewertung der Artenvielfalt in St.Galler Rebbergen durchgeführt. 2006 wurden 12 Flächen am südexponierten Hangfuss zwischen Walensee und Sargans sowie 2 in der Gemeinde Bad Ragaz kartiert. 5 davon umfassten überwiegend Rebflächen. In 3 weiteren machten Rebberge einen untergeordneten Anteil aus. Zum überwiegenden Teil lagen die kartierten Flächen entlang von Waldrändern oder in Wäldern. Mehrheitlich waren auch Siedlungen Teil der Kartierungsflächen. 2007 kamen Rebflächen in Wartau, Berneck, Thal und Jona hinzu.

9 der 13 kartierten Rebberge im Kanton St.Gallen beherbergen aktuell Einzeltiere der typischen, aber seltenen und gefährdeten Vogelarten Wendehals, Gartenrotschwanz, Zaunammer oder Hänfling. Dies zeigt einerseits das Potenzial dieses Lebensraums, gleichzeitig aber auch, dass die momentane Qualität vieler Flächen weit unter diesem Potenzial liegt und den Ansprüchen anspruchsvoller Arten nicht genügt. Mitverantwortlich sind die teilweise kleine Ausdehnung der Rebflächen sowie das geringe Strukturangebot im Nachbargelände.

Die gefundene Artenzusammensetzung der Rebberge ist von der Nähe zu Wäldern und Siedlungen geprägt. Die Reliktvorkommen von sehr seltenen und stark gefährdeten Vogelarten weisen darauf hin, dass die Arten im Gebiet eine Chance haben, wenn gezielte strukturelle Verbesserungen umgesetzt werden können. Dabei ist klar, dass Aufwertungsmassnahmen nicht nur auf Rebberge beschränkt werden dürfen, sondern unter Einbezug der Umgebung erfolgen müssen.

Ungenügend ist das Angebot an Kleinstrukturen wie Stein- und Asthaufen, Trockenmauern, Altgras, lückiger Vegetation und offenem Boden sowie Brombeerdickichten innerhalb und in der nahen Umgebung von Rebbergen. Insbesondere fehlen häufig niedere, dicht wachsende Sträucher sowie gut besonnte, vegetationsfreie Stellen im Gelände. Die Waldränder weisen mehrheitlich kaum Übergangsstufen auf. Besonders augenfällig ist die mehrheitlich intensive Graslandnutzung bis unmittelbar an die Rebberge, womit jegliche Rückzugs- und Nahrungsstellen fehlen.

Es ist schade, wenn das vorhandene Potenzial innerhalb vieler Rebberge aufgrund der ungünstigen Bedingungen in deren Umgebung nicht ausgeschöpft werden kann. Auch innerhalb der Rebberge gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Artenschutz mit den Ansprüchen des Rebbaus zu optimieren. Aus der Sicht des Artenschutzes sollten die Anstrengungen dahin ausgedehnt werden, das Angebot an Nahrung, Deckungsstrukturen und Brutplätzen für ausgewählte Insekten, Reptilien und Brutvögel innerhalb und in der Umgebung von Rebbergen zu verbessern. Hierzu sind innovative lokale Massnahmen gefragt. Birdlife St.Gallen ist nun bestrebt, in Zusammenarbeit mit Rebbauern konkrete Aufwertungsmassnahmen umzusetzen.

Wendehals

Die meisten St.Galler Rebberge grenzen an Wald oder Siedlungen an und sind kleinflächig. Die Fauna ist deshalb geprägt von typischen Arten der Wälder und Siedlungen.

Viele Rebberge weisen örtlich geeignete Kleinstrukturen auf. Diese genügen aber nicht für die Entwicklung artenreicher Lebensgemeinschaften.

Wo Rebberge an Grünland angrenzen, ist es mit Artenreichtum vorbei. Die Wiesen in der Umgebung von Rebbergen sind mit wenigen Ausnahmen strukturarm und intensiv genutzt. Damit geht das grosse Potenzial der Rebberge als artenreiche Lebensräume verloren.

Der Kuckuck in den Kantonen St.Gallen und Appenzell

Schlussbericht der Kartierungen 2007 und 2008

BirdLife St.Gallen und der Appenzeller Vogelschutz haben in den Jahren 2007 und 2008 ein Projekt zur Erfassung der Vorkommen des Kuckucks in der Region durchgeführt. Im Frühjahr 2007 und 2008 erfolgte jeweils ein Aufruf der Mitgliedern und der breiten Öffentlichkeit, Beobachtungen zu melden. In einzelnen Gemeinden wurde systematisch nach rufenden Kuckucken gesucht. In Ergänzung zu diesen Erhebungen standen Nachweise des Kuckucks in der Datenbank der Schweizerschen Vogelwarte Sempach zu Verfügung.

Der Rücklauf an Daten war erfreulich. Insgesamt haben 500 Personen Beobachtungen gemeldet. Im Jahr 2007 gingen 549 und im Jahr 2008 601 Beobachtungen ein. Aus dem Archiv der Vogelwarte Sempach standen 1415 Nachweise zur Verfügung. Mit wenigen Ausnahmen handelt es sich bei den Meldungen um Zufallsbeobachtungen. Systematische Kartierungen erfolgten in den Gemeinden Grabs, Mosnang und Kirchberg. In den Gemeinden Mosnang und Kirchberg erfolgten mehrmalige flächendeckende Kartierungen, welche eine detailliertere Beurteilung erlauben.

Die Ergebnisse der Kartierung legen nahe, dass der Kuckuck bei uns seltener ist, als es der Lebensraum von seiner Struktur her zulassen würde. Die gegenwärtige Situation birgt die Gefahr, dass ein allfälliger Rückgang des Kuckucks nicht bemerkt wird, bevor die Dichte extrem klein ist. Eine regelmässige Kartierung, wie sie 2007 und 2008 erfolgte, scheint aber momentan aufgrund der vielerorts geringen Dichte nicht sinnvoll. So bleibt die generelle Aufgabe, die Entwicklung der Vogelbestände argwöhnisch zu beobachten und allen Hinweisen auf Verschlechterungen rasch nachzugehen. Dass ein typischer und weit herum bekannter und hörbarer Frühjahrsbote wie der Kuckuck unbemerkt selten werden kann, muss uns nachdenklich stimmen.

Der ganze Bericht als PFD-Dokument (PDF, 1.9 MB)
Kuckuckkarte 2007 und 2008

Mauerseglerprojekt 2005-2006

Die Mauerseglerkartierung des St.Galler Natur- und Vogelschutzes und des Appenzeller Vogelschutzes ist abgeschlossen. Insgesamt sind nun aus 57 Gemeinden Seglernistorte bekannt. An 695 Gebäuden sind Vorkommen von Mauer- und Alpenseglern erfasst worden - 156 mehr als 2005. So sind uns jetzt über 2300 Nistorte bekannt. Nach den anfänglichen 90 Mitarbeitenden haben sich für dieses Jahr 39 Personen an der Kartierung beteiligt. Im 2006 wurden über 200 Nisthilfen montiert! Davon war beinahe die Hälfte besetzt.

Das ist eine grossartige Leistung!

Das Projekt wird ab 2007 nur noch mit geringem Aufwand weiter betrieben. Die Datenerfassung sowie Beratungen sind weiterhin gewährleistet.

Der Bericht kann hier herunter geladen werden:
Mauersegler-Kartierung St.Gallen-Appenzell 2005-2006 (PDF, 408 KB).

 


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